Zum Forschungsvorhaben: "Evaluierung der Populationsdichte des Waschbären im städtischen Lebensraum am Beispiel der Stadt Bad Karlshafen in Nordhessen"

Der nordamerikanische Waschbär kommt erst seit 1933 in Europa vor und hat sich seit dieser Zeit weit über das ehemalige Aussetzungsgebiet in Nordhessen ausgebreitet. Parallel zu dieser Entwicklung muß spätenstens seit den 80er Jahren eine zunehmend Verstädterung dieser Raubtierart festgestellt werden. Die Anwesenheit des Waschbären im Siedlungsraum des Menschen äußert sich für die betroffenen Anwohnern in erster Linie durch Fraßschäden an Kulturobstpflanzungen, ausgeplünderten Mülltonnen oder Kompostanlagen oder Schäden auf Dachböden und ähnlichem mehr. In der Tat kann diese Raubwildart aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und der Potenz, örtlich hohe Dichten zu erreichen, in Haus und Garten erheblichen Schaden anrichten.

Trotz dieser Sachlage ist in Europa, im Gegensatz zu Amerika, bisher nicht einmal eine Untersuchung zur Abschätzung der Populationsdichte des Waschbären im urbanen Lebensraum durchgeführt worden.

Jetzt hat die GWN durch die Iniziierung und fachliche Betreuung der oben genannten Studie einen ersten Schritt zur Schließung dieser Wissenlücke unternommen.

Die Realisierung des Forschungsvorhabens erfolgt in Zusammenarbeit der Universität Göttingen. Die Arbeiten vor Ort und die spätere Auswertung werden von der Göttinger Biologiestudentin Stefanie Voigt im Rahmen ihrer Diplomarbeit durchgeführt. Die GWN weist daraufhin, daß diese Forschungsarbeit von der Stadtverwaltung und der örtlichen Jägerschaft begrüßt und unterstützt wird. Auch das Fernsehen hat schon Interesse bekundet und wird in Kürze über dieses Vorhaben berichten.

Das Vorhaben: In Bad Karlshafen werden nördlich der Weser, zwischen August und Oktober, 30 Kastenfallen aufgestellt und mit Katzenfutter beködert. Die Fallen werden mehrmals täglich kontrolliert. Gefangene Waschbären werden mit Mikrochips (Sponsor Telinject GmbH) markiert und wieder freigelassen. Wiederfänge können mit Hilfe eines speziellen Lesegerätes erkannt werden. Das Verhältnis von Neufängen zu Wiederfängen erlaubt schließlich Aussagen zur Populationsgröße des befangenen Gebietes. Sollten einmal Hauskatzen oder Igel in die Fallen gehen, werden diese selbstverständlich sofort wieder freigelassen.