Forschungsmisere bringt junge Wildbiologen dazu neue Wege zu gehen!
Die Geldknappheit der öffentlichen Hand führt seit Jahren zu einer immer stärkeren Vernachlässigung der Wildtierforschung in Deutschland.
„EU-weit sind wir mittlerweile das Schlußlicht auf dem Gebiet der Wildtierforschung“, sagt Dr. Andreas, Forstwissenschaftler aus Göttingen. Zu einseitig werden in der Biologie nur prestig- und gewinnträchtige Projekte, wie zum Beispiel die Gentechnologie, gefördert.
Hase oder Rebhuhn verzeichnen einen alarmierenden Bestandsrückgang, Großsäuger wie Wolf, Bär und Luchs wollen sich wieder bei uns ansiedeln, aber die Jagdverbände, Landwirte und andere poteniell betroffene Teile der Bevölkerung werden mit diesem Phänomen gern allein gelassen. Ähnlich sieht es mit der Verstädterung vieler Wildtierarten wie Uhu, Wanderfalke, Marder oder Waschbär aus. Wir wissen kaum etwas über die spezielle Ökologie der verstädternden Arten: welche natürlichen Dichteregulatoren auch in den Städten greifen, wie die Konkurrenzverhältnisse liegen oder welche Gefahren durch die Verstädterung von Wildtieren lauern.
„Wo in anderen Ländern längst Forschungsergebnisse auf dem Tisch liegen, fangen wir erst an, das Problem zu erkennen“, beklagt sich Wildbiologe Dr. Ulf Hohmann.
Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, gründeten junge Wildbiologen jetzt die Gesellschaft fürWildökologie und Naturschutz e.V. (GWN). Die wissenschaftliche Gesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Wildtierforschung in Deutschland zu fördern. Hierfür werden Mittel aus Wirtschaft, Stiftungen und Spenden zweckgebunden für Grundlagenforschung und Artenschutzprojekte vergeben. Dazu wurde ein spezieller Forschungsfond angelegt. Besonders unterstützt die GWN Maßnahmen zu einem besseren Miteinander von Mensch und (Wild)-tier. Sie berät Naturschutz-, Umwelt- und Jagdbehörden sowie andere öffentliche oder private Entscheidungsträger in allen wildbiologischen und wildökologischen Belangen. Hierzu übernehmen die Wildbiologen der GWN Gutachten und Auftragsforschungen. Erste eigene Forschungsschwerpunkte sind das Artenschutzprojekt Wildkatze im Solling, die Urbanisierung von Raubsäugern, vor allem des Waschbären und das Management von Wasservögeln in Konfliktzonen.
